City of God – Eindringliches Portrait aus Rios Elendsvierteln

Wenn du dich schon auf unserer Homepage umgesehen hast, wirst du gelesen haben, dass „City of God“ unser Lieblingsfilm ist. An dieser Stelle möchten wir dir mehr über den Film erzählen, denn es handelt sich um ein wichtiges gesellschaftskritisches Portrait aus den Slums in Rio de Janeiro und basiert dabei auf echten Begebenheiten. Welche Besonderheiten den Film sonst noch auszeichnen und ihn so außergewöhnlich machen, verraten wir dir auch.

Bandenkriege und Gewaltverbrechen in Rio

Der Film stammt aus dem Jahr 2002 und kommt aus Brasilien. Er wurde daher im Original in portugiesischer Sprache gedreht und heißt „Cidade de Deus“. Grundlage des Films ist übrigens der Roman von Paulo Lins. Es geht um das Leben in den Armutsvierteln, den Favelas, von Rio de Janeiro und die damit verbundenen Probleme wie Brutalität, Drogen, Gewalt und Bandenkriege. Der Hauptprotagonist ist Buscapé, dessen Bruder Mitglieder einer gewalttätigen Bande ist. Eines Tages kommt es zum Eklat, als eines der jüngsten Mitglieder (der 8-jährige Löckchen) in einem Bordell um sich schießt. Eigentlich sollte Löckchen draußen warten, bis die anderen den bis dato unblutigen Überfall durchgezogen und sich die Beute geschnappt haben, doch von Langeweile oder Neugier getrieben, steckt er eine Waffe aus dem Auto ein, geht hinein und erschießt nacheinander die Besucher.

Zehn Jahre später beginnt er, sich als Drogendealer in der Stadt durchzuschlagen und tötet erneut die Dealerkonkurrenz in der Stadt. Nach einigen Problemen mit seinem Freund Bené, der schließlich versehentlich erschossen wird, bricht ein wahrer Bandenkrieg aus. Die Geschichte nimmt an Dramatik zu, da nun Zeitungsfotograf Buscapé ins Spiel kommt, der dafür sorgt, dass Löckchen – oder Locke, wie er mittlerweile genannt wird – ohne Absicht auf die Titelseite kommt. Die Situation um Lockes Vorherrschaft im Drogenmilieu spitzt sich zu, woraufhin es schließlich zu einem unvermeidlichen und tragischen Ende kommt.

Was den Film so besonders macht

Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet und in mehreren Kategorien für den Oscar nominiert. Wenn er auch keinen gewann, so hat er doch einen großen Eindruck hinterlassen und auch in seinem Heimatland Diskussionen angeregt. Einerseits wurde „City of God“ von der BBC unter die 100 bedeutendsten Filmen des 21. Jahrhunderts gewählt. Erwähnenswert ist außerdem, dass – bis auf zwei der Hauptfiguren – alle Schauspieler Amateure aus Rio waren, um den Film so authentisch wie möglich zu gestalten. Die Laiendarsteller erhielten in einem Workshop Unterricht und sollten so oft wie es geht improvisieren.

Im Zuge der Veröffentlichung des Streifens wurde in Brasilien eine Diskussion über die Schattenseiten Rios angestoßen – die Drogen- und die Bandenkriege, die weit abseits der Aufmerksamkeit stattfinden. Wenn du einen Film sehen willst, der sich kritisch mit sozialen Gefügen auseinandersetzt und wirklich unter die Haut geht, solltest du „City of God“ unbedingt ansehen.

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